Demokratie lebt vom Dialog der Generationen

Landeskonferenz des Netzwerks für Demokratie und Toleranz Sachsen-Anhalt 2014

Rechtsextremismus, Demokratie-Ferne – ein Jugendproblem? Mehr und mehr setzt sich in der Gesellschaft die Erkenntnis durch, dass auch ältere Menschen anfällig für antidemokratische Einstellungen sind, der Anteil an der Gesamtbevölkerung im Alter zunimmt. Wie können Senioren sich aktiv für Demokratie und Menschenrechte stark machen, ob in Familie, im Verein oder in der Öffentlichkeit? Wie kann der Dialog zwischen den Generationen auf diesem Feld aussehen? Und welche Akteure und Strukturen der Zivilgesellschaft bieten interessierten Bürgerinnen und Bürgern Ansatzpunkte für ein verändertes und gemeinsames Handeln? Darüber wollen wir mit Akteuren des Netzwerks für Demokratie und Toleranz, der Seniorenarbeit, aus Vereinen, Verbänden, Verwaltung und Politik in das Gespräch kommen – und dabei spielen Schnittpunkte zwischen den Zielen der politischen Bildung in unserem Bundesland, den Akteuren in den Regionen und der besonderen Rolle Älterer in unserer Arbeit eine wichtige Rolle. Gleichzeitig dient die Tagung dazu, das persönliche Engagement älterer Engagierter für ein weltoffenes Sachsen-Anhalt und eine Kultur der Zurückdrängung rechtsextremer Aktivitäten zu verstärken.

Die Tagung richtet sich an alle Akteure der Zivilgesellschaft, an Schule, Jugendarbeit, Politik, Verwaltung und natürlich an alle engagierten Seniorinnen und Senioren. Der Dialog und die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Generationen soll dabei neue Impulse erhalten. Kooperationspartner der Tagung sind Arbeit und Leben Sachsen-Anhalt e. V. sowie das Team von „Freistil – Jugend engagiert in Sachsen-Anhalt“.

Das Formular zur Anmeldung können Sie hier... herunterladen.

Landeskonferenz des Netzwerks für Demokratie und Toleranz

„Demokratie lebt vom Dialog der Generationen"
am 3. Dezember 2014, 9.30 – 15.45
Bildungs- und Gesundheitszentrum Halberstadt
Kirschallee 6 – 38820 Halberstadt

 

Programm:

 

Ab 09.30 Uhr Anmeldung, Begrüßungs-Kaffee, Informationsbörse

 

10.00 Uhr Eröffnung

Dr. Reiner Haseloff, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt und Schirmherr des Netzwerks für Demokratie und Toleranz

Grußwort

Theo Länge, Bundesgeschäftsführer i. R.

Bildungsvereinigung Arbeit und Leben (Bundesarbeitskreis)

 

10.30 Uhr Impuls-Vorträge:

Erfahrungen mit Rechtsextremismus in der Lebenswelt älterer Menschen zivilgesellschaftliches Engagement von Seniorinnen und Senioren

Dr. Peter-Georg Albrecht, Sozialwissenschaftler, Hochschule Magdeburg-Stendal

 

11.15 Uhr Rechtsextreme Denkangebote an ältere Menschen

Andrea Röpke, Autorin, Rechtsextremismus-Expertin, Schwerpunkt Frauen, Familie, Erziehung

 

11.45 Uhr Aussprache zu den Vorträgen

 

12.00 Uhr Mittagspause, Informationsbörse


13.00 Uhr Podium


Rechtsextreme und antidemokratische Denkangebote an ältere Menschen – wie erkennen und damit umgehen?

Moderation: Andreas Speit, Autor, Rechtsextremismus-Experte

Gesprächspartner:

Andrea Röpke, Autorin, Rechtsextremismus-Expertin, Schwerpunkt Frauen, Familie, Erziehung

Theo Länge, Bundesgeschäftsführer i. R. , Bildungsvereinigung Arbeit und Leben (Bundesarbeitskreis)

Dr. Peter Georg Albrecht, Hochschule Magdeburg-Stendal


14.00 Uhr Gesprächs-Foren am Kaffee-Tisch

 

Forum 1

Gegen Rechts engagieren - aber wie?

Ältere Menschen empfinden ein Engagement gegen rechts manchmal als problematisch – auf Demonstrationen und Mahnwachen fühlt sich so mancher unsicher, doch die Magdeburger Meile der Demokratie oder die Dessauer Menschenkette bieten Aktionsformen an, bei denen sich jeder aufgehoben fühlen kann. Auch Vereine oder Dialogprojekte in Schulen bieten Senioren Ansatzpunkte für ihr persönliches Engagement.

Moderation: Cornelia Habisch, Landeszentrale für politische Bildung, Geschäftsführerin des Netzwerks für Demokratie und Toleranz Sachsen-Anhalt

Gesprächsimpuls: Rudi-Karl Pahnke, Vorsitzender Institut neue Impulse e. V., Berlin-Brandenburg, Pfarrer i. R., langjährige Projekte der Verständigung zwischen Israel und Deutschland, Zeitzeugenprojekte,

Dietrich Altmann, Stadtrat der Stadt Braunsbedra, Sprecher des Merseburger Bündnisses gegen rechts, angefr.

 

Forum 2

Senioren zeigen Zivilcourage – aber wie!?

Zivilcourage wird oft gefordert, aber ist es auch immer einfach, einzugreifen und das Richtige zu tun? Ob im Gespräch in familiärer Runde, im Verein oder in prekären Situationen auf der Straße – es gibt für Jede und Jeden Wege zur Zivilcourage.

Moderation: Christine Böckmann, Miteinander e. V., Arbeitsstelle Demokratie in der Landeshauptstadt Magdeburg, Trainerin im Zivilcourage-Projekt „Otto greift ein“

Gesprächsimpuls: Lothar Schirmer, Kriminalrat a. D., berät Menschen zum Thema Zivilcourage, bekannt u. a. durch „Schirmers Fälle“ im MDR Fernsehen

 

Forum 3

Aus den Erinnerungen der Älteren lernen

Gerade beim Umgang mit Diktaturen zählt die Erinnerung der älteren Menschen. Wie sah der Alltag in der Diktatur aus? Wie funktionierte das Unrechtssystem? Wie stand es um die Täter, die Angepassten, die Mitläufer, die Widerständigen? Die eigenen Erinnerungen und die kritische Sicht auf Diktaturerfahrung im eigenen Umfeld, aber auch in Schule und Jugendarbeit einzubringen, ist ein für Ältere naheliegender Handlungsansatz.

Moderation: Peter Wetzel, Pädagoge, ARBEIT UND LEBEN BV

Sachsen-Anhalt e.V., Vorsitzender der Geschichtswerkstatt Merseburg e. V., zahlreiche internationale Projekte zur Zeitzeugenarbeit, Regionalkoordinator „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Gesprächsimpuls: Dr. Kai Langer, Historiker, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt,

Razak Minhel, Vorsitzender des Multikulturellen Zentrum Dessau-Roßlau e. V., seit 2001 u.a. Projekt Tag der Erinnerung, Projekt „Erinnerungskultur in der Einwanderungsgesellschaft“

Forum 4

Rechtsextremismus und Populismus – wie erkennen?

„Plötzlich war mein Enkel einer von den rechten – und wir haben das lange nicht bemerkt“ So empfinden viele Großeltern – aber wie erkennt man frühzeitig, wenn Angehörige oder Freunde mit rechtsextremen oder rassistischen Denkweisen sympathisieren? Wie funktionieren die Angebote der einschlägigen Szene? Rechtsextremismus-Experte Andreas Speit informiert über Erkennungsmerkmale und Arbeitsweisen der einschlägigen Szene

Moderation: Marcella Mertig, Referentin in der Landeszentrale für politische Bildung, u. a. Koordination „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Andreas Speit, Sozialwissenschaftler, Autor, Rechtsextremismus-Experte

15.40 Uhr Ausblick auf weitere Projekte

Maik Reichel, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung

 

15.50 Uhr Ende der Tagung

 

Informationen /Kontakt

Landeszentrale für politische Bildung
Netzwerk für Demokratie und Toleranz in Sachsen-Anhalt
Schleinufer 12
39104 Magdeburg
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www: www.hingucken.sachsen-anhalt.de