Frühjahrsmeeting der Lokalen Bündnisse gegen Rechtsextremismus in Sachsen-Anhalt

Treffen am 06. Mai 2015 in Magdeburg  steht unter dem Motto WILLKOMMESKULTUR UND PARTIZIPATION STÄRKEN

Das Netzwerk für Demokratie und Toleranz in Sachsen-Anhalt und die Landeszentrale für politische Bildung laden zum Frühjahrstreffen der Lokalen Bündbnisse gegen Rechtsextremismus/pro Demokratie. Drei Übergriffe auf Asylbewerber oder Einrichtungen für Asylbewerber pro Woche zählt die Organisation Pro Asyl e. V. derzeit bundesweit. Der Fall Tröglitz hat bundesweit Schlagzeilen gemacht – er ist ein vielschichtiges Beispiel für rechtsextreme Interventionen, für Ressentiments in der Bevölkerung, aber auch für persönliches Engagement für eine aktive Willkommenskultur. Das Thema Willkommenskultur wird im Mittelpunkt des Gesprächs mit dem Landtagspräsidenten, Herrn Detlef Gürth stehen, zusätzlicher Gast ist Olaf Ebert, Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen Sachsen-Anhalt e. V., der die Servicestelle und den Engagementfonds Willkommenskultur in Sachsen-Anhalt vorstellen wird.

Weiterlesen...

"Opa war in Ordnung!"

Erinnerungspolitik der extremen Rechten / Fachtagung am 7. und 8. Mai 2015 in Köln

Am 8. Mai 2015 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa zum 70. Mal. Die Erinnerung an die Befreiung vom Nationalsozialismus geht zumeist einher mit der Forderung, aus der Geschichte zu lernen. Die Vielzahl extrem rechter Gegenerzählungen war dabei immer eine Herausforderung für die historisch-politische sowie politische Bildungsarbeit. Hierzu zählen Berichte ehemaliger "Landser", die Heldenstilisierungen von nationalsozialistischen Funktionären in Liedtexten extrem rechter Bands oder Demonstrationen als erinnerungspolitische Großevents des neonazistischen Spektrums.

Weiterlesen...

EINE MENSCHENKETTE FÜR DESSAU-ROSSLAU 3.0

Mit buntem Protestprogramm gemeinsam gegen den Neonaziaufmarsch am 07. März 2015

In den letzten beiden Jahren war eine Erfolgsgeschichte, eine Sternstunde der Demokratie in dieser Stadt: die Aktion EINE MENSCHENKETTE FÜR DESSAU-ROSSLAU. Hatten doch 3.000 Menschen, vom Karnevalisten bis zur Sportlerin, von der Unternehmerin bis zum Angestellten, vom Schüler bis zum Schuldirektor Gesicht gezeigt. Zusammen für eine tolerante, offene und demokratische Stadtgesellschaft:  Lautet deshalb erneut die Losung für den 07. März 2015. Das Netzwerk GELEBTE DEMOKRATIE ruft an diesem Tag alle engagierten Bürgerinnen und Bürger zu einem bunten und phantasievollen Protest gegen einen Aufmarsch von Neonazis auf.

Weiterlesen...

Demokratie lebt vom Dialog der Generationen

Landeskonferenz des Netzwerks für Demokratie und Toleranz Sachsen-Anhalt am 03. Dezember 2014 in Halberstadt 

Rechtsextremismus, Demokratie-Ferne – ein Jugendproblem? Mehr und mehr setzt sich in der Gesellschaft die Erkenntnis durch, dass auch ältere Menschen anfällig für antidemokratische Einstellungen sind, der Anteil an der Gesamtbevölkerung im Alter zunimmt. Wie können Senioren sich aktiv für Demokratie und Menschenrechte stark machen, ob in Familie, im Verein oder in der Öffentlichkeit? Wie kann der Dialog zwischen den Generationen auf diesem Feld aussehen? Und welche Akteure und Strukturen der Zivilgesellschaft bieten interessierten Bürgerinnen und Bürgern Ansatzpunkte für ein verändertes und gemeinsames Handeln? Darüber wollen wir mit Akteuren des Netzwerks für Demokratie und Toleranz, der Seniorenarbeit, aus Vereinen, Verbänden, Verwaltung und Politik in das Gespräch kommen – und dabei spielen Schnittpunkte zwischen den Zielen der politischen Bildung in unserem Bundesland, den Akteuren in den Regionen und der besonderen Rolle Älterer in unserer Arbeit eine wichtige Rolle. Gleichzeitig dient die Tagung dazu, das persönliche Engagement älterer Engagierter für ein weltoffenes Sachsen-Anhalt und eine Kultur der Zurückdrängung rechtsextremer Aktivitäten zu verstärken.

Weiterlesen...

Herbst-Treffen der Lokalen Bündnisse gegen Rechtsextremismus am 21. Oktober 2014

Schwerpunktthema: Wie mobilisieren Rechtsextreme zu historischen Jahrestagen und welche Strategien können Bürger-Bündnisse dem entgegensetzen 

Beim diesjährigen Herbst-Treffen der Lokalen Bündnisse gegen Rechtsextremismus wollen wir diesmal mit Ihnen aktuelle Fragen im Vorfeld des 70. Jahrestages des Kriegsendes diskutieren: Wie nutzen Rechtsextreme Geschichtsdaten für ihre Zwecke aus? Welche Aktivitäten sind von dieser Seite geplant? Wie formiert sich der demokratische Protest gegen diese Interventionen?

Weiterlesen...

Politische Bildung nach dem NSU - Neue Herausforderungen an die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus

Bundesweite Fachtagung vom 03. bis 04. November 2014 in Magdeburg

Im November 2014 jährt sich zum dritten Mal die Aufdeckung des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU). Bis heute befasst die Aufarbeitung der rassistisch motivierten Mordserie Staatsanwaltschaften, Polizei und Medien, kaum aber die politische Bildung. Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt laden deshalb zur Tagung „Zäsur? Politische Bildung nach dem „NSU“ - Neue Herausforderungen an die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus“ vom 3. bis 4. November 2014 nach Magdeburg ein. Im Zentrum der Fachtagung stehen zentrale Fragen für die pädagogische Arbeit, die sich aus der Auseinandersetzung mit dem „NSU“ und seinem Umfeld ableiten lassen. Außerdem werden Problemstellungen jenseits des engeren „NSU“-Komplexes angesprochen. Vorträge sowie themen- und berufsspezifische Workshops bieten Raum für eine selbstkritische Reflexion.

Weiterlesen...

Mobiles Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Anhalt bilanziert das 1. Halbjahr 2014

Dessau-Roßlau Hochburg rechtsextremer Aktivitäten in der Region // NPD und Neonazis arbeiteten strukturell zusammen

Die kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau bleibt absoluter Schwerpunkt rechtsextrem motivierter Straftaten in der Region Anhalt. Die vom Mobilen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus erstellte Chronik zu rechtsextremen Ereignislagen für das erste Halbjahr 2014 untermauert diesen Befund. Bei  den verzeichneten Gewalttaten führt die Doppelstadt die Auszählung ebenso an, wie bei den durch Rechtsextremisten und Neonazis verursachten Sachschäden. Demnach ereigneten sich fast 45 % aller im vergangenen Halbjahr dokumentierten rechtsextremen Ereignislagen, Gewalttaten und Propagandadelikte in Dessau-Roßlau. Der Trend aus den vergangenen Jahren, dass sich dabei der Abstand zu den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg immer weiter verringert, setze sich auch in den letzten 6 Monaten fort. Sowohl die Neonazi- und Kameradschaftsszene, als auch die regionalen Strukturen der NPD, versuchen sich verstärkt öffentliche Geltung zu verschaffen und arbeiten dabei strukturell zusammen. Gerade diese gezielte Kooperation in der extrem rechten Szene ist besorgniserregend, ist sie doch momentan in anderen Regionen Sachsen-Anhalts in dieser Qualität durchaus nicht üblich.

Weiterlesen...

Gemeinsam für Demokratie und Weloffenheit - gegen Großveranstaltung der NPD

Das Bündnis "Sangerhausen bleibt bunt" ruft zum friedlichen Protest gegen das rechtsextreme Fest am 9. August 2014 auf

Wie schon im vergangenen Jahr hat die NPD ein Sommerfest in der Region um Sangerhausen bzw. in der Stadt selbst angekündigt. Mit bis zu 1000 zu erwartenden rechtsextremen Besuchern, plant die Partei eine Mischung aus rechtsextremer Agitation und Rechtsrockkonzert zu veranstalten, dazu sind einschlägig bekannte Redner aus der NPD und aus dem Umfeld der sogenannten freien Kameradschaften sowie entsprechende rechtsextreme Bands angekündigt. Aktuell haben die Organisatoren der neonazistischen Veranstaltung noch zwei mögliche Veranstaltungsorte angemeldet, einmal in Sangerhausen und außerdem ein Gelände in Berga. Ein breites und buntes Bündnis aus Bürgern aus Sangerhausen, Berga und der Region ruft deshalb dazu auf, sich friedlich gegen die neonazistische Großveranstaltung zu engagieren und für Demokratie und Toleranz einzutreten.

Weiterlesen...

„Die Familien wurden über Jahre diskriminiert, verdächtigt und damit stigmatisiert.“

Im Multikulturellen Zentrum Dessau wurde am 11. Juni 2014 die Wanderausstellung “Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen” eröffnet / Exposition gastiert danach vom 7. bis 19. Juli 2014 im City-Carré Magdeburg

Die 22 Tafeln tragen Überschriften wie „Mein Sohn starb in meinen Armen“, „Bomben gegen Migranten“ oder „Rassismus und Vorurteile prägten die polizeilichen Ermittlungen“. Die zugleich aufrührende und informative Wanderausstellung “Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen” beleuchtet in einem konzeptionellen Dreiklang die Biographien der NSU-Opfer ebenso, wie die neonazistischen Terrorkonzepte der 1990er Jahre und den ganzen Komplex, der mit dem vielzitierten Begriff „Ermittlungspannen“ sicherlich nur unzureichend beschrieben ist. In der vom Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung in Nürnberg zusammengestellten Schau wird deshalb auch schonungslos der Finger in die Wunde gelegt. So werden Aspekte der gesellschaftlichen Aufarbeitung und deren Konsequenzen ebenso beleuchtet, wie die Frage aufgeworfen wird, warum Rechtsterroristen über Jahre unentdeckt bombend, mordend und raubend durch Deutschland ziehen konnten.

Die Integrationsbeauftragte Sachsen-Anhalts, Susi Möbbeck, die im Rahmen der Gedenkveranstaltung TAG DER ERINNERUNG 2014 (mehr dazu hier…) in die Ausstellungseröffnung in Dessau einführte, fand zur gesellschaftspolitischen Einordnung deutliche Worte und würdigte vor allem den Ansatz, dass mit solchen Projekten die Opfer rechter Gewalt stärker in die öffentliche Wahrnehmung rückten. Die Ausstellungskuratorin Birgit Mair aus Nürnberg ging in einem lebendigen Fachvortrag vor allem auf Hintergründe und Querverweise ein, die in der medialen Debatte um den Nationalsozialistischen Untergrund bisher kaum eine Rolle spielen.

Weiterlesen...

“Gleichgültigkeit ist ein anderer Name für Verantwortungslosigkeit”

80 Menschen erinnern am 11. Juni 2014 in Dessau-Roßlau an Alberto Adriano und Hans-Joachim Sbrzesny

Der 10. Juni 2000 war ein Pfingstsonnabend. Die Fußball-Europameisterschaft in Belgien und den Niederlanden lief gerade an, und während Alberto Adriano das Eröffnungsspiel bei Freunden in Dessau sieht, verpassen am Hauptbahnhof zwei 16-Jährige und ein 24-Jähriger ihre Züge. Was danach geschah, rekonstruierte das Oberlandesgericht Naumburg wie folgt: „An ihren damals szenetypischen Outfits – schwarze Springerstiefel, kurz geschorene Haare, bei einem zudem ein angedeutetes Hitlerbärtchen – erkennen sich die drei unschwer als Kameraden“. Sie betrinken sich, grölen das Afrikaner verhöhnende Afrika-Lied der Neonazikultband Landser, die 2005 zur kriminellen Vereinigung erklärt wurde. Schließlich trafen die Neonazis in den ersten Stunden des 11. Juni 2000 im Stadtpark auf  Alberto Adriano Neonazis und schlugen und traten in einer unmenschlichen Gewaltorgie so lange auf den Familienvater ein, dass er wenige Tage später seinen schweren Verletzungen erlag.

In Erinnerung an das brutale Verbrechen luden zahlreiche Vereine und Initiativen am 11. Juni 2014 zu einer Gedenkveranstaltung an den Tatort im Dessauer Stadtpark ein. Erstmals wurde an diesem Tag zudem Hans-Joachim Sbrzesny öffentlich gedacht. Kirchenpräsident Joachim Liebig sprach dazu am Dessauer Hauptbahnhof Gedenkworte. Hier war Hans-Joachim Sbrzesny in der Nacht zum 01. August 2008 (mehr dazu hier...) auf einer Parkbank eingeschlafen, als ihn zwei bekennende Rechtsextremisten solange mißhandelten, bis er starb.

Weiterlesen...